Elternbeirat Städt. Kindertagesstätte Rasselbande, Erlangen

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Läusealarm PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Kerstin Gronimus   

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Bevor meine Kinder in den Kindergarten kamen dachte ich, Kopfläuse wären nur im Mittelalter ein Thema gewesen. Das erste Hinweisschild im Eingangsbereich „Wir haben einen Fall von Läusen“ vor ein paar Jahren belehrte mich eines Besseren. Aber ich war mir sicher, meine Kinder bekommen Scharlach oder Ringelröteln, Läuse nur die anderen. Auch als das Schild in unregel­mäßigen Abständen wiederkehrte.

    

Dann kam der Tag, der im wahrsten Sinne lausigste Tag im Leben meiner Kinder.
Es begann damit, dass sich meine Tochter immer wieder intensiv kratzte. Einer Vorahnung folgend, welche wohl durch das Schild im Kindergarten vorhanden war, begutachtete ich den Kopf meines Kindes intensiv. Nur wonach sollte ich suchen? Kleine Kratzspuren im Bereich hinter den Ohren und in Nacken waren wohl zu sehen, aber sonst? Ein paar weiße Schuppen ja, aber Läuse? – nein. NisseSicherheitshalber in die Apotheke ums Eck. Nein das sind keine Schuppen, die hier kleben fest am Haar, das sind Nissen! Den Ausdruck Nissen hatte ich wohl schon gehört, nun weiß ich wie sie aussehen: kleine knapp 1mm große Punkte, gerade noch mit bloßem Auge zu erkennen, weißlich bis gelblich, fast ein wenig glänzend, sitzen sie einseitig am Haar, sehr nahe im Haaransatz, und lassen sich im Gegensatz zu Schuppen nicht weg klopfen und schütteln. Sie sitzen fest am Haar, denn die Laus hat ihre Eier sehr gut festgeklebt. Nur mit den Fingernägeln kann man sie geradeso entlang des Haars abkratzen. Oder mit einem Nissenkamm. Den gibt es in der Apotheke für unter 10 Euro. Sehr eng sitzende Zinken übernehmen die Arbeit der Fingernägel. „Am besten, Sie gehen zum Kinderarzt“, informierte mich der Apotheker, „der verschreibt ihnen noch ein Läuseshampoo, das tötet Läuse, Nissen und Larven, dann werden sie die Plagegeister schnell wieder los“.

Laus

   

Also zum Kinderarzt, leider bestätigte er die Diagnose und fand nach intensiven Suchen auch eine Laus: ca. 3mm lang braun-grau und wahrsinnig schnell war sie auch schon wieder verschwunden.

"Wie konnte es dazu kommen", fragte ich verzweifelt, "wir sind ein wirklich sauberer Haushalt und waschen uns regelmäßig!" "Damit hat das nichts zu tun, Kopfläuse treffen Arme und Reiche, Saubere und Schmutzfinken, der einzige Unterschied: Die Läuse von Menschen, die sich häufig waschen, sind sauberer!" Wir haben es also hier mit einer sauberen Laus zu tun. Aber wo kommt sie denn nun her? Läuse können weder fliegen noch hüpfen, für die Ansteckung ist also ein Haar-zu-Haar-Kontakt nötig. Dies ist leider im Kindergarten und in der Schule völlig normal, warum sich gerade dort immer wieder Läuse verbreiten. Der gut gemeinte Hinweis des Kinderarztes, die Laus beweise, dass mein Kind intensive soziale Kontakte hätte, was in diesem Alter sehr wichtig wäre, tröstete mich nicht wirklich.

   

Laus 3

Also was nun? Den Kindergarten informieren, denn die Angabe von ansteckenden Krankheiten ist gesetzlich verpflichtend und hilft dem Kindergarten die „Quelle“ der Plagegeister früh zu finden. Auch im eigenen Interesse, denn ein unentdeckter Läusekopf im Kindergarten kann auch das behandelte Kind wieder anstecken, - nur gemeinsam wird man schnell Herr über die Plage, deshalb auch die Eltern der Kinder informieren, mit denen das Kind in den letzten Tagen intensiver gespielt hat. Zum Schämen besteht kein Anlass und hilft auch nicht weiter, im Gegenteil. Also greife ich zum Telefonhörer, ich versuche möglichst diplomatisch das Problem zu erklären, - „wir auch“ war die Antwort meiner Freundin, die überraschend gefasst klang.

  

Und dann? Nun kam das Läuseshampoo zum Einsatz. Wir bekamen ein Öl, das über Nacht dran bleiben, meine Freundin ein Spray, das nur 10 Minuten einwirken musste, dafür aber ein Insektizid enthält. Beiden gemeinsam ist der anschließende Einsatz des Nissenkammes. Das ging trotz langem Haar überraschend gut, sogar mit weniger Geschrei als beim normalen Kämmen. Das Ergebnis lag bald auf dem Kamm: 3 Läuse und etwa 20 Nissen, - ein noch kleiner Befall.

  

Laus 6

Der Arzt hatte extra darauf hingewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit, das Eltern oder Geschwister schon angesteckt sind groß ist. Er meinte, meistens sind es immer dieselben Kinder, die die Läuse immer wieder in den Kindergarten bringen, weil sie sich bei ihren eigenen Eltern anstecken. Das sollte mir nicht passieren! Obwohl ich bei mir und meinem Mann noch nicht fündig geworden war, fragte ich den Arzt gleich nach einer größeren Packung und so reichte das Shampoo fast für uns alle 4, den Rest kaufte ich gleich in der Apotheke auf eigene Kosten dazu. Da saßen wir nun, alle 4 mit nassen Köpfen. Ich grübelte: wo können die Läuse noch sein? Muss ich jetzt AAAAAALLES waschen?

   

Eine intensive Internet-Recherche und eine Rücksprache mit dem Apotheker folgten. Läuse sind ungefährlich, übertragen keine Krankheiten, aber sie sind lästig. Sie leben ausschließlich von menschlichem Blut und verlassen das Paradies Kopf nicht freiwillig. Ohne Blut können sie je nach Temperatur nur 2-7 Tage überleben, je wärmer desto kürzer. Larven (kleine Läuse) schlüpfen nach 7-10 Tagen und brauchen dann auch ganz schnell Blut. Selbst Eier legen können sie erst nach weiteren 8 Tagen, so mein neu erworbenes Wissen. Deshalb ist die Nachbehandlung mit dem Läuseschampoo nach 8-9 Tagen auch so wichtig. Leider gehen die Meinungen über die weitere Vorgehensweise weit auseinander, eindeutig war aber, man muss NICHT alles waschen. Eine Ansteckung über gemeinsame Nutzung von Sachen ist eher selten und es wirken sowieso nur 3 Dinge:

  • Waschen bei min. 60° tötet Läuse, Larven und Nissen
  • 24 Stunden einfrieren auch
  • 3 Wochen in einer Tüte (möglichst warm) liegen lassen, dann ist auch der letzte Nachwuchs verhungert

   

Laus 4

Also wusch ich (nur) die gerade benutze Bettwäsche, Handtücher und Unterwäsche bei 60°. Wie empfohlen sammelte ich aktuelle Kuscheltiere, die schon benutzte Kleidung und Mützen, Haarbürsten, Autositzbezüge und die Fahrradhelme ein. Die Kleidung im Schrank ist ok. Leider lassen sich diese Sachen nicht so heiß waschen, also einfrieren! Haben sie eine Tiefkühltruhe? – ich auch nicht! Aber ein Tiefkühlfach im Kühlschrank! Nur war es wie immer total voll. Hilft nichts, das Brot konnte ich ohnehin gerade brauchen und der Rest… So zauberte ich ein Festmahl. Zunächst gab es Gemüsesuppe, dann Pizza mit Pommes und Fischstäbchen und zum Nachtisch ein großes Eis. Dann war Platz im Tiefkühlfach. Nach Priorität sortiert verpackte ich alles in Tüten und startete die erste 24-Stunden-Füllung. Jeden Tag kam ein Kuscheltier oder sonst was wieder zum Vorschein.
Was nicht ins Tiefkühlfach passte oder nicht dringend benötigt wurde, packte ich in einen Müllsack und stellte ihn für 3 Wochen in den Keller. Dann staubsaugte ich die ganze Wohnung, besonders intensiv die Teppiche und Polstermöbel, das wäre sowieso spätestens morgen dran gewesen.

Bei dem textilen Spielzeug gehen die Meinungen der Experten auseinander. Ich ließ alles in einem Sack für 3 Wochen verschwinden, - ich bin halt eine Gründliche.
    

Nach der per Bescheinigung bewiesenen Behandlung mit dem Läuseshampoo und der Versicherung meinerseits, dass ich die Nachbehandlung durchführe, durfte mein Kind schon am nächsten Tag wieder in den Kindergarten.

 

Wie vom Arzt angeordnet, untersuchte ich täglich das Haar meiner Kinder auf neuen Befall und kämmte auch alle 2-3 Tage das nasse Haar (mit Pflegespülung) mit dem Nissenkamm. Solange noch ein unentdeckter Läusekopf im Kindergarten war, konnten sie sich jederzeit neu anstecken. Trotz weiterer 6 gemeldeter Läusefälle blieb uns dies glücklicherweise erspart, denn sonst hätten wir von vorne anfangen müssen. Nach 9 Tagen wiederholten wir die Shampoo-Anwendung und waren nun sicher: wir würden keine weiteren Läuse in den Kindergarten bringen.

   

Ich denke alle Eltern kontrollierten in diesen Tagen die Köpfe ihrer Kinder regelmäßig. 

keine Läuse mehr

Jedenfalls hatten wir Eltern es gemeinsam mit dem Kindergarten­personal nach wenigen Wochen geschafft: in unserem Kindergarten waren nur noch Lausbuben zu finden.

Hoffentlich bleibt uns der nächste Kopfläusebefall noch lange erspart!

 

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